Die Geschichte

 

Im Frühjahr 2012, ich war mehrere Wochen geschäftlich unterwegs, erreichte mich der Anruf meiner Frau. Sie erzählte mir, dass in unserer lokalen Tageszeitung ein Interview mit unserem Bürgermeister gedruckt ist. Dort stand, dass es in Oberkochen keine Imker bzw. Bienen mehr gibt und die Stadt Oberkochen . all denjenigen, welche bereit sind, wieder Bienen anzusiedeln, einen Standplatz zur Verfügung stellt.

Meine Frau, schon seit langem von der Imkerei angetan, nützte daraufhin die Gelegenheit, einen Anfängerkurs beim Bezirksbienenzüchterverein Aalen e.V. zu besuchen.

Mich ließ dieses Thema noch ziemlich kalt, da ich für mich abschätzen konnte, welche Arbeit und wieviel Verzicht sich hinter diesem Hobby verbirgt.

Nach mehrmaliger Aufforderung „Jetzt geh doch mal mit und schau es Dir an“ habe ich mich dann überreden lassen und stand beim ersten Mal am frühen Sonntagmorgen völlig angespannt in der letzten Reihe. Ganz hinten stand ich aus Angst, von diesen unendlich vielen Bienen gestochen zu werden.

Diese Prozedere wiederholte sich noch zwei Sonntage. Dann war es um mich geschehen.

Nach ein paar Wochen bekamen wir tatsächlich unser erstes eigenes Bienenvolk, welches am  Lehrbienenstand des Bezirksbienenzüchterverein in Aalen aufgestellt war. Von da ab waren wir jeden Sonntagmorgen von unserem Bienenvater Herrn Rudolf Winkler (lieben Dank für Deine Geduld und Mühe) angehalten, das Gelernte alleine umzusetzen, was sich als beliebig schwierig erwies. .

Als sich das Bienenjahr bzw. der Anfängerkurs langsam dem Ende näherte, war es an der Zeit, dass wir uns um einen Stellplatz für unsere Bienen kümmern..

Hierbei kamen wir sehr gerne auf das Angebot aus dem Artikel der Schwäbischen Post im Frühjahr zurück..

Ein Termin im Rathaus kam zügig zu Stande und unser „Schultes“ Herr Peter Traub (herzlichen Dank für Ihre Unterstützung) hat uns einige sehr schöne Stellplätze angeboten..

Unsere Entscheidung fiel letztendlich auf eine Wiese direkt am Schwarzen Kocher, in unmittelbarer Nähe unseres Hauses.
Es ist ein Traum (hoffentlich auch für unsere Bienen : )

Nach Ablauf des Bienenjahres im August 2012 durften wir dann endlich unser Volk mit nach Hause nehmen. Das an diesem Tag ausgehändigte Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme machte uns überaus stolz.

Jetzt musste der Empfang unser ersten eigenen Bienen vorbereitet werden. Wir hatten ein sehr konkretes Bild, wie alles aussehen sollte.
Es sollte ein kleines Bienenhaus werden, in dem sich unsere Bienen richtig wohlfühlen können.

Also richtig viel Holz gekauft, gesägt, geschraubt und gestrichen und voll Stolz unsere ersten Bienen eingezogen. Schnell stellten wir fest, dass ein Volk alleine ja ziemlich einsam sein muss, so ganz ohne Nachbarn.

Ein Anruf bei unserem Bienenvater löste dieses Problem kurzfristig und in den nächsten Tagen waren es dann tatsächlich vier Völker.
Unser Bienenhaus war damit aber leider nur zu zwei Dritteln belegt, was uns nach ein paar Tagen doch sehr zum Nachdenken anregte.

Da der Herbst und der Winter nahte, gaben wir uns aber erst einmal damit zufrieden.

Das ganze darauf folgende Winterhalbjahr hatten wir eigentlich nur noch ein Thema; wie können wir noch mehr über Bienen und deren Haltung erfahren..

Nach umfangreichen Recherchen im Internet haben wir einen dreitägigen Kurs der Universität Hohenheim an der „Landesanstalt für Bienenkunde“ gefunden und auch gleich gebucht..

Parallel haben wir uns bei der „Härtsfelder Imkerschule“ in Fleinheim angemeldet, getreu dem Motto „Viel hilft viel“. Auch bei den monatlichen Versammlungen des Bezirksbienenzüchtervereins Aalen e.V. haben wir viel Wissenswertes erfahren.

Doch was ist mit unseren Bienen? Wenn man den Stand besucht, hört man nichts, man sieht nichts, leben die Bienen überhaupt noch?.

Eigentlich waren es Qualen, bis dann endlich zumindest der Kalender das kommende Frühjahr ankündigte..
Die Realität war, dass das Frühjahr 2013 eigentlich ausfiel und alle Imker sehr besorgt waren, ob das im Herbst gegebene Futter wirklich ausreicht und die Völker überleben. An Honig war zu dieser Zeit überhaupt nicht zu denken.

Nach unendlich langen Wochen wurde es dann doch etwas wärmer und die ersten Bienen kamen zu ihrem Reinigungsflug aus dem Stock.
Was für ein tolles Gefühl, wenn an allen Bienenkästen langsam der Betrieb einsetzt.

Sehr schnell standen dann auch die Termine in Hohenheim an, welche uns darin bestätigten, auf dem richtigen Weg zu sein.

Die erste Schleuderung unseres eigenen Honigs hat ein Übriges dazu beigetragen. Es war für uns die Gewissheit, unsere Berufung gefunden zu haben.

Der Moment, den ersten selbst geschleuderten Honig zu verkosten, war ein Hochgefühl. Wir werden es nie mehr vergessen.

Meine Frau hat tagelang unseren ersten Honig in Gläser abgefüllt. Hierbei hat sie eine bemerkenswerte Geduld aufgebracht, zumal wir mit praktischen „Helferlein“ nicht wirklich ausgestattet waren.

In dieser Zeit reifte die Idee, dieses Thema professionell anzugehen. Schnell war ein Gewerbe angemeldet und ein Teil der benötigten Gerätschaften beschafft.
Auch der Bestand an Bienenvölkern wuchs im Jahr 2013 rasant auf 20 Völker.

Das nächste Thema war die Vermarktung unseres Honigs. Eine Abgabe an Großhändler kam für uns nicht in Frage.

Ende 2013 reifte dann unser Vorhaben, unseren Honig selbst zu vermarkten und zusätzlich weitere Produkte rund um den Honig in unser Sortiment aufzunehmen. Das notwendige Netzwerk hierzu hatten wir in weiser Voraussicht schon im letzten Jahr geknüpft. Einziges Problem war eine geeignete Räumlichkeit. Verschiedenste Nachfragen führten nicht zum Erfolg, sodass wir uns dazu entschieden haben, ein eigenes Imkereigebäude auf unserem Grundstück zu errichten.

Im Jahr 2014 haben wir unsere Imkerei auf 30 Bienenvölker aufgestockt und unser Imkereigebäude ist fertiggestellt..
Des weiteren hatten wir im Mai erste Führungen von Schulklassen, welche uns unserem Ziel, die Faszination „Bienen“ auch den nächsten Generationen zu vermitteln, ein Stück näher gebracht haben..
Die offizielle Eröffnung unseres Hofladens „Honig & Mehr“ im Juni war ein voller Erfolgt und hat uns bestätigt, dass wir in die richtige Richtung gehen.

Das Jahr 2015 war geprägt vom weiteren Aufbau unseres Bienenbestandes und dem Einstieg in die Vermarktung unserer Produkte.
Wir haben unser Produktportfolio nochmals deutlich erweitert, sodass wir Ihnen mittlerweile ein sehr exklusives Sortiment an Sortenhonigen und Bienenprodukten anbieten können.

Voller Spannung sehen wir der Zukunft entgegen und hoffen auf gesunde Bienen und volle Honigräume.

Ihre Ingrid und Jürgen Brachhold